Laut der lettischen Staatsbahn LDz ist der Fortbestand des nationalen elektrischen Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) aufgrund des schlechten Zustands der Oberleitungsanlagen gefährdet. Ohne erhebliche Investitionen droht laut einem Brief der LDz an das zuständige Ministerium die Einstellung des SPNV-Betriebs zwischen 2030 und 2035. Etwa die Hälfte der Fahrleitungen ist in einem kritischen Zustand. Geplant ist die Erneuerung von rund 200 km Infrastruktur, insbesondere auf den Strecken von Riga nach Jelgava und Sloki. Dennoch bleiben rund 300 km mit veralteter Elektrifizierung. Investitionen ins 1.520-mm-Bestandsnetz würden laut LDz vernachlässigt, da EU-Mittel in andere Projekte wie die Standardspurstrecke Rail Baltica fließen. LDz fordert vom Staat mehr Unterstützung sowie langfristige Finanzierungsverträge und prüft die Kapitalbeschaffung auf den internationalen Finanzmärkten. Der Finanzierungsbedarf zur Modernisierung des SPNV wird auf mehrere 100 Mio. Euro beziffert. Auch die Sicherheit der alten Elektrotriebzüge (EMU) steht zunehmend infrage, insbesondere nach einem Brand durch einen Kurzschluss in Kemeri. Die Forderungen von LDz werden vom State Technical Inspectorate of Railway Transport unterstützt.