Eine im Juni 2026 veröffentlichte Studie hat auf Cybersicherheitsrisiken im europäischen Zugbeeinflussungssystem ERTMS hingewiesen. Die Untersuchung wurde von Forschenden der Technischen Universität (TU) München und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit durchgeführt. Im Fokus stand die IT-Sicherheit des europaweit einheitlichen Standards für Zugsteuerung und Signaltechnik. Laut den Autoren ist ERTMS vor allem auf Sicherheit und Interoperabilität ausgelegt, während die Cybersicherheit mit der fortschreitenden Digitalisierung der Bahninfrastruktur an Bedeutung gewinnt. Als Hauptproblem werden in der Studie Altkomponenten genannt. Insbesondere werden GSM-R für den Funkverkehr zwischen Zug und Strecke sowie Eurobalisen für Ortung und Datenübertragung erwähnt. ETCS Level 2 und das künftige Mobilfunkkommunikationssystem FRMCS für den Bahnbetrieb könnten einzelne Risiken verringern. Laut der Studie bleiben Bedrohungen wie Störsenderangriffe, verteilte Überlastungsangriffe und Probleme bei der Datenintegrität jedoch bestehen.