Die südkoreanische Regierung hat den erneuten Start des 2016 gestoppten Wiederaufbaus eines unterbrochenen Abschnitts der Gyeongwon-Linie nahe der demilitarisierten Zone angekündigt. Nach Angaben des Vereinigungsministeriums betrifft das Vorhaben zunächst nur Infrastruktur auf südkoreanischer Seite. Die Arbeiten an der von Seoul ausgehenden Strecke begannen 2015 und wurden ein Jahr später wegen der Verschlechterung der Beziehungen zu Nordkorea ausgesetzt. Die reaktivierte Strecke soll den Zugang zu touristischen Zielen im Grenzraum verbessern und die Wirtschaft in den umliegenden Regionen unterstützen. Langfristig bleibt eine Weiterführung in Richtung Wonsan an der nordkoreanischen Ostküste Teil der strategischen Perspektive, Ziel ist nicht eine kurzfristige Wiederverknüpfung beider Netze, zumal Nordkorea 2024 grenzüberschreitende Straßen- und Bahnverbindungen teilweise zerstört hatte. Gleichzeitig prüft das Vereinigungsministerium eine breitere Verwendung des innerkoreanischen Kooperationsfonds für Grenzregionen, Friedensprojekte, Wiedervereinigungsbezug und Nordkorea-Forschung. Laut Minister Chung Dong-young wurden in den vergangenen zehn Jahren jährlich nur rund 2 – 3 % des Fonds eingesetzt, da direkte Kooperationsprogramme seit 2016 weitgehend ausgesetzt wurden.