Die japanische Regierung hat am 15. Juli 2026 ihre Vorzugsstrecke für die Verlängerung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (HGV-Strecke) Hokuriku Shinkansen von Tsuruga nach Shin-Osaka bestätigt. Bevorzugt bleibt die sogenannte Wakasa-Trasse, die von Tsuruga über Obama und Maizuru nach Süden führt und dann parallel zum Westufer des Biwa-Sees sowie westlich an Kyoto vorbeiläuft. Für den Raum Kyoto bekräftigte die Regierung eine unterirdische Station bei Katsuragawa, rund 5 km westlich des Hauptbahnhofs, statt eines Tunnels direkt unter Kyoto. Damit reagiert sie auf Bedenken der Stadt, zu Eingriffen in das Grundwasser und in denkmalgeschützte Bereiche. Das japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (MLITT) und die japanische Agentur für Bahnbau, -verkehr und -technologie (JRTT) veröffentlichten dazu bereits im August 2024 Details zum Verlauf und zu den Stationen. Die 139 km lange Neubaustrecke mit einem 34 km langen Tunnel im Abschnitt Kyoto kostet nach aktueller Schätzung rund 29,5 Mrd. Euro (5,5 Bio. JPY). Die Detailplanung und Umweltverfahren beginnen in den kommenden Monaten. Der Baubeginn ist ab 2027 vorgesehen. Für die Bauarbeiten veranschlagte die Regierung mindestens 26 Jahre, womit die Inbetriebnahme frühestens 2054 erwartet wird. Die Fahrzeit von Kanazawa nach Shin-Osaka soll dann eineinhalb Stunden betragen. Finanziert werden soll das Projekt über Trassenentgelte der nutzenden Betreiber der JR-Gruppe, die mindestens 75 % der Baukosten decken sollen.