Der Projektträger RB Rail hat eine Fiskalanalyse für das Projekt Rail Baltica vorgelegt, der zufolge das Projekt in allen geprüften Finanzierungsvarianten für die Staatshaushalte tragfähig ist. Die für Estland, Lettland und Litauen zuständige Projektgesellschaft untersuchte die Bauphase auf Basis aktueller Kostenschätzungen und externer Studien. Demnach fließen je investiertem Euro zwischen 0,19 – 0,21 Euro über Mehrwertsteuer, Einkommensteuer und Sozialabgaben an die öffentlichen Haushalte zurück. In der Untersuchung wurden ein konservatives, ein gemischtes und ein optimistisches Szenario verglichen. Im konservativen Fall mit dem 1,5-Fachen der bereits gesicherten CEF-Mittel und zusätzlicher staatlicher Finanzierung lagen die Nettobeiträge bei rund 22 % in Estland, 21 % in Lettland und 36 % in Litauen. Im wahrscheinlichsten gemischten Szenario mit weiteren Quellen wie Mitteln aus dem Aufbauinstrument, Einnahmen aus Emissionszertifikaten und öffentlich-privaten Partnerschaften (ÖPP) sanken die Anteile auf etwa 7 %, 4 % und 13 %. Im optimistischen Fall mit einem EU-Anteil von 85 % ergab sich ein möglicher Nettoüberschuss, auch wenn dieses Szenario als wenig wahrscheinlich gilt. Nicht berücksichtigt wurden Betrieb, Instandhaltung und Fahrzeugbeschaffung. Die Auswertung ergänzt die Kosten-Nutzen-Analyse von 2024 um die fiskalischen Effekte der Bauphase.