Das bulgarische Verkehrsministerium hat Verbindlichkeiten in dreistelliger Millionenhöhe und Bahnprojekte ohne gesicherte Finanzierung identifiziert. Laut Verkehrsminister Georgi Peev ging die staatliche Infrastrukturgesellschaft Verpflichtungen von mehr als 764 Mio. Euro ohne gesicherte Finanzierung ein. Zudem ermittelten die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) zu 17 Verträgen für Eisenbahnprojekte und das Amt für Betrugsbekämpfung OLAF zu zwei Fahrzeugaufträgen. Bei bestätigten Verstößen drohten finanzielle Korrekturen von rund 400 Mio. Euro. Audits zeigten dem Ministerium zufolge zudem fragwürdige Vergaben, Vorauszahlungen ohne Leistung und gestartete Projekte ohne abgeschlossene Vorverfahren. Geschwindigkeitsbeschränkungen bestehen auf fast 50 % des Netzes, ERTMS ist praktisch noch nicht in Betrieb. Bei BDŽ Personenverkehr bezifferte Peev die überfälligen Verbindlichkeiten auf fast 30 Mio. Euro. Ein großer Teil der Fahrzeuge ist älter als 40 Jahre. Die Wartung der Siemens-Züge war wegen verzögerter Vertragsabschlüsse gefährdet. Neue Züge von Škoda und Alstom sollen erst nach dem Herbst in den planmäßigen Betrieb gehen. Für 23 neue Elektrotriebzüge (EMU) von Alstom über 356 Mio. Euro fehlt derzeit die Finanzierung, Ausschreibungen zur Modernisierung von Depots und Instandhaltungszentren wurden noch nicht gestartet. Bei BDŽ Güterverkehr übersteigen die Verbindlichkeiten 60 Mio. Euro, mehr als 80 % davon überfällig.