Der stellvertretende polnische Infrastrukturminister Piotr Malepszak hat eine Anpassung der Fertigstellung der Hochgeschwindigkeitsstrecke (HGV-Strecke) Rail Baltica von 2030 auf 2040 gefordert und eine Priorisierung verteidigungsrelevanter Infrastrukturinvestitionen empfohlen. Aus seiner Sicht sei eine Eröffnung der Rail Baltica im Jahr 2030 aufgrund von Finanzierungslücken auf Ebene der Europäischen Union (EU) sowie stark gestiegenen Baukosten ohnehin unrealistisch. Diese Einschätzung teilte zuvor auch der Europäische Rechnungshof in einem Sonderbericht zum transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V). Malepszak fordert zudem, die EU solle die Vorgaben für die Parameter des TEN-V-Netzes senken, etwa den Standard von mindestens 160 km/h, um Modernisierungen bestehender Strecken gegenüber Neubaustrecken zu erleichtern. Demgegenüber erklärte der CEO von Rail Baltica Rail, Marko Kivila, die Umsetzung des zunächst reduzierten eingleisigen Ausbaustands bis 2030 sei erreichbar, wesentliches Risiko bleibe jedoch die Finanzierung. Ende 2025 waren 43 % der 870 km langen Hauptstrecke in den baltischen Staaten entweder ausgeschrieben, baureif oder bereits im Bau. Für den polnischen Abschnitt ist eine modernisierte Verbindung Trakiszki – Warschau vorgesehen. Der Neubau Elk – Trakiszki war bislang für 2028 – 2030 eingeplant, während die Modernisierung Białystok – Elk durch Entscheidungen der Beschwerdekammer verzögert und mindestens 164 Mio. Euro (700 Mio. PLN) teurer werden dürfte.