Das litauische Verkehrsministerium und die litauische Staatsbahn LTG haben bei einem Treffen mit dem spanischen Infrastrukturbetreiber Adif und Hersteller Talgo im Mai 2026 in Madrid die spanische Spurwechseltechnik als Option für die Anbindung von Vilnius an die künftige Standardspurstrecke Rail Baltica geprüft. Im Mittelpunkt standen das spanische Modell mit iberischer Breitspur von 1.668 mm und europäischer Standardspur von 1.435 mm sowie die Interoperabilität zwischen konventionellen und Hochgeschwindigkeitsstrecken (HGV-Strecken). Vorgestellt wurde ein Verfahren, bei dem an Spurwechselanlagen die Verriegelung gelöst wird, die Räder auf die erforderliche Spurweite verschoben und anschließend erneut verriegelt werden. Der Vorgang wird in mehreren Minuten ohne Halt des Zugs abgewickelt. Nach Angaben Litauens lassen sich solche Anlagen nach Fertigstellung weiterer Standardspurabschnitte abbauen und an anderer Stelle wieder einsetzen. Litauen bewertet derzeit technische Optionen für bessere Verbindungen zwischen Vilnius und der Rail Baltica. Maßgeblich für die Auswahl sind Kosten, Interoperabilität und langfristige verkehrspolitische Ziele. Rail Baltica entsteht als elektrifizierte 1.435-mm-Strecke zwischen Litauen, Lettland, Estland und Mitteleuropa.