Bulgarien, Griechenland und Rumänien haben eine gemeinsame Antragstellung für EU-Fördermittel zur Modernisierung des Bahnkorridors Thessaloniki – Sofia – Bukarest vereinbart. Nach Angaben des bulgarischen Verkehrsministeriums koordinieren die drei Staaten dafür Planung, Entwurf und Genehmigungen, damit die Arbeiten zeitgleich in allen Abschnitten starten und ein durchgängiger Nord-Süd-Korridor entsteht. Die Abstimmung erfolgte bei einem Arbeitstreffen zum Korridor Schwarzes Meer – Ägäis in Sofia mit Vertretern der Europäischen Kommission, der Europäischen Eisenbahnagentur ERA, der Europäischen Investitionsbank (EIB) sowie der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE). Das Vorhaben soll damit nach rund zehnjähriger Pause im Jahr 2027 wieder aufgenommen werden. Die letzte direkte Zugverbindung Sofia – Thessaloniki endete 2017. Als Schlüsselprojekt gilt zudem eine dritte Donaubrücke Ruse – Giurgiu sowie die Elektrifizierung des rund 11 km langen Abschnitts vom Rangierbahnhof Ruse bis zur Brückenmitte. Die technische Planung dafür wird bis Juni 2026 abgeschlossen, die Auftragnehmerauswahl ist bis Ende 2026 vorgesehen. Weitere diskutierte Bausteine sind die Achse Svilengrad – Plovdiv – Stara Zagora – Ruse einschließlich eines neuen Balkan-Tunnels sowie die Modernisierung von Bukarest Nord über Giurgiu Nord bis zur bulgarischen Grenze. Das Investitionsvolumen des Korridors wird mit rund 6 Mrd. Euro beziffert.