Der belgische Infrastrukturmanager Infrabel hat am 15. Dezember 2025 die ETCS-Ausrüstung des Hauptstreckennetzes abgeschlossen. Damit ist Belgien nach Luxemburg das zweite Land in der EU mit vollständig ETCS-gesichertem Hauptnetz. Seit 2015 wurden für rund 2,8 Mrd. Euro knapp 6.400 Strecken-km ausgerüstet, davon 2.274 km mit ETCS Level 2 durch ein Konsortium aus Siemens Mobility und Equans. Das ETCS-Programm folgte auf das Zugunglück von Buizingen im Jahr 2010. Belgien führte zunächst TBL1+ als ETCS-kompatible Zwischenlösung ein. Laut Infrabel halbierten sich die Rotlichtüberfahrten seit 2010. Seit Einführung von ETCS gab es keine Kollisionsgefahr mehr. Bis Dezember 2027 soll der gesamte Fahrzeugpark ETCS-fähig sein. Das Restrisiko sinkt damit um den Faktor 16 gegenüber 2010.