Chile hat im April 2026 eine nationale Bahnstrategie unter Federführung des Instituto Ferroviario de Chile bis 2050 vorgelegt, die höhere Investitionen, neue Zielwerte für den Schienenverkehr und institutionelle Reformen vorsieht. Der Bahnanteil an den Infrastrukturausgaben soll danach von 4 % auf mindestens 16 % steigen und die jährlichen Ausgaben für den Schienenverkehr von 0,06 % des BIP auf 0,10 % bis 0,40 %. Im Schienengüterverkehr (SGV) setzt die Strategie das Ziel, mindestens 30 % der in staatlichen Häfen umgeschlagenen Netto-t auf die Schiene zu verlagern und den Kombinierten Verkehr (KV) auszubauen. Bis 2050 soll es mindestens zwei internationale Bahnverbindungen geben, bilaterale Vereinbarungen und Finanzierung vorausgesetzt. Im Schienenpersonenverkehr (SPV) nennt das Papier für Metropolräume mit mehr als 400.000 Einwohnern einen Anteil am Modal Split von mindestens 16 % für schienengebundene Stadtverkehrssysteme und ebenfalls 16 % für S-Bahn-Systeme. Leuchtturmprojekt ist der rund 600 km lange Hochleistungs-Korridor Valparaíso – Santiago – Concepción, auf dem bis 2050 auch Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) geprüft werden soll. Empfohlen werden ferner ein Mobilitätsministerium, eine nationale Bahnbehörde sowie neue Planungs- und Bewertungsverfahren. Die Reformen sollen binnen drei Jahren vorbereitet werden.